Wenn Spießigkeit zum neuen Trend wird - 18. Januar 2016

Die von Herrn Thomsen zitierte Bevölkerungsprognose für Reinickendorf aus Sicht des Schlafstadt-Abgeordneten Dr. Frank Steffel, der dort tatsächlich seit über 40 Jahren schläft.

Was vegan für die Ernährung ist, upcycling als Kreuzköllner Recycling-Form für den modernen Life-Style, sharing economy für nachhaltiges Wirtschaften, ist Spießigkeit und Kleinbürger-Tum für das neue Wohnen. Und das kann Reinickendorf in der Tat richtig gut.
33% der Fläche Reinickendorfs besteht aus Wald und Wasser.
Frohnauer Bürger haben das zweithöchste monatliche Einkommen in Berlin.
Wasserbüffel äsen am Tegeler Forst.
Kitaplätze und Hortplätze stehen bereit.
Boote und Jachten wiegen sich im Winde am Tegeler See.
All das Inbegriffe der Spießigkeit – die Reinickendorf Jahrzehnte lang gepflegt hat und weiter pflegen wird.
Und das Beste daran: Immer mehr Menschen suchen genau diese Spießigkeit. Die Werte der Bevölkerung verändern sich. Wichtiger als Szenekneipen, hippe Modegeschäfte, Berghain-Clubs werden Natur, Familie und Nachhaltigkeit. Der Drang nach dem Leben auf der Überholspur in Mitte, Kreuzberg oder Friedrichshain scheint vorbei zu sein.
Das, lieber Herr Thomsen, ist der Grund warum Reinickendorf Trendbezirk werden wird. Reinickendorf kann Spießigkeit.