"Unersetzliche Arbeit für die älteren Menschen in unserem Bezirk" - 8. März 2017

Der Mobilitätshilfedienst Reinickendorf wird 30 Jahre alt. Durch den Einsatz des Bundestagsabgeordneten Frank Steffel stockte der Senat vor drei Jahren die Budgetmittel für den Dienst um 2 Millionen Euro auf. Die Einrichtung leistet unersetzliche Arbeit für die älteren Menschen im Bezirk.

Märkisches Viertel. Es geht in den 5. Stock des Ärztehauses am Wilhemsruher Damm 116. Oben in der Tür drängen sich Menschen. Ein Cellist spielt ein Stück von Bach. Ein kurzer Applaus. Danach ein paar Worte. Der Mobilitätshilfedienst Reinickendorf im Unionhilfswerk feiert 30. Geburtstag.

„Die Haupt- und Ehrenamtlichen der Einrichtung leisten unersetzliche Arbeit für die älteren Menschen in unserem Bezirk, die auf Unterstützung im Alltag angewiesen sind“, sagte der Reinickendorfer Bundestagsabgeordnete Dr. Frank Steffel, der an diesem Tag neben vielen anderen Gästen gekommen war. „Der Dienst bräuchte noch viel mehr Unterstützung. Aufgrund der demographischen Entwicklung wird der Bedarf in den nächsten Jahren noch steigen.“

Die Geschichte der Einrichtung begann 1985, als zunächst zwei Mobilitätshilfedienste als Modellprojekte in Charlottenburg und im Wedding gegründet wurden. Ein Jahr später wurden der Mobilitätshilfedienst im Unionhilfswerk Reinickendorf und Neukölln ins Leben gerufen, seit 1992 finanziert ihn der Senat mit Landesmitteln. Der Dienst wächst und wächst, schließlich gibt es ihn in allen Bezirken. Im letzten Jahr versorgten 875 Mitarbeiter der Berliner Mobilitätshilfedienste stadtweit 3.570 Menschen. In Reinickendorf wurden 174 Personen durch 44 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen unterstützt.

Der Mobilitätshilfedienst unterstützt Menschen ab 65 Jahren, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind und ihre eigene Häuslichkeit nicht ohne Hilfe verlassen können. Im Einzelfall können auch jüngere Menschen unterstützt werden. Der Dienst hilft zum Beispiel beim Rollstuhlschieben, begleitet die Menschen zu Ämtern, Therapiesitzungen, auf Spaziergängen oder bei Einkäufen.

Als es 2014 um die Verhandlung der neuen Budgetmittel ging, setzte sich der Reinickendorfer Bundestagsabgeordnete Frank Steffel für eine Aufstockung ein. Mit Erfolg. Im nächsten Doppelhaushalt 2016/17 erhöhte der Senat die Mittel um zusätzliche 2 Millionen Euro, wodurch pro Bezirk 5 zusätzliche Vollzeitstellen eingerichtet werden konnten. „Ich freute mich sehr, als wir damals die Aufstockung der Mittel erreichten. Dadurch konnten mehrere neue Stellen geschaffen werden.“

Die erfolgreiche Einbindung freiwilliger Mitarbeiter ist nur möglich, wenn durch die ausreichende Finanzierung von Personal- und Sachkosten stabile Rahmenbedingungen vorhanden sind, darauf wiesen die Vertreter des Trägers, Unionhilfswerk nachdrücklich hin.

Nach der Geburtstagsfeier zeigten Mitarbeiter des Mobilitätshilfedienstes Reinickendorf dem Bundestagsabgeordneten in einem „Altersprobelauf“, was es heißt, im Alter mobil eingeschränkt zu sein. Eine verdunkelte Brille, die die Sicht behindert; Gummihandschuhe, die das Gefühl in den Fingern mindern; Armmanschetten, die die Arme schwerer machen. Dabei saß Frank Steffel im Rollstuhl. Mit diesen Einschränkungen musste er Ware aus einem Regal heraussuchen, einen Bankzettel ausfüllen und verschiedene Obststücke am Geschmack erraten, die ansonsten fast gleich aussahen.

 

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