Steffel setzt sich fürs Ehrenamt ein - 07. Februar 2011

Frank Steffel, Bundestagsabgeordneter und Mitglied des Ausschusses für Sport und Ehrenamt, kritisiert die Absicht, Aufwandsentschädigungen für ehrenamtliche Arbeiten künftig vollständig auf den Hartz IV-Regelsatz anzurechnen, scharf:
Es kann nicht sein, dass Bürger, die sich für unser Land und unsere Gesellschaft einsetzen, nun einen derartig herben Schlag ins Gesicht bekommen. Das treibt die ehrenamtlichen Helfer wieder in die Schwarzarbeit.“
Steffel, der sich selbst ehrenamtlich im Reinickendorfer Sportverein Füchse engagiert, sieht in diesem Vorschlag eine große Gefahr. Für viele Vereine, die für das öffentliche Leben wertvoll und für die Gesellschaft notwendig sind, wäre das eine Ohrfeige. Sie sind auf die ehrenamtlichen Helfer angewiesen. Diese brauchen aber wiederum die Aufwandsentschädigung dringend, um ihre Arbeit weiter fortsetzen zu können.
Sollte dieser Vorschlag in die Gesetze aufgenommen werden, hätte das schlimme Folgen. Die Ehrenamtlichen, die auf Unterstützung vom Staat angewiesen sind, hätten dann zwei Möglichkeiten: Entweder könnten sie ihre Arbeit schwarz weiter führen oder aber sie müssten sie ganz aufgeben. Das hieße beispielsweise, dass viele Sportvereine, wo ehrenamtliche Trainer die Regel sind, ihre Arbeit stark einschränken, wenn nicht gar ganz aufgeben müssten. Die Diakonische Betreuung von Senioren würde stark eingeschränkt werden. In manch einem kleinen Ort müsste der Bürgermeister, der auf diese Gelder angewiesen ist, sein Amt nieder legen. Und noch viele weiteren Bereiche müssten plötzlich mit großen Lücken in den Reihen ihrer Mitarbeiter zurecht kommen. Die Folge wäre organisatorisches Chaos und letztendlich würde unsere Gesellschaft ohne all die freiwilligen Helfer wieder ein wenig kälter werden.
Frank Steffel: „Das kann und will ich nicht zulassen! Wir müssen uns für ein Deutschland einsetzen, in dem Hilfsbereitschaft groß geschrieben und vor allem anerkannt wird. Deshalb fordere ich die Entscheidungsträger dazu auf, diesen Vorschlag abzulehnen.“