BGH Urteil Claudia Pechstein, was bleibt? - 8. Juni 2016

Steffel fordert Solidarität und Fairness im Umgang mit Härtefällen im Sport

Frank Steffel, Obmann der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Sportausschuss, fordert: „Der Sport muss sich solidarisch erweisen und darf Sportler, die um ihre Rechte und sportliche Rehabilitation kämpfen, nicht im Regen stehen lassen. Dabei dürfen wir unsere Medaillen-Jäger nicht alleine lassen.“

Eine vom Deutschen Olympischen Sportbund DOSB eingesetzte Experten-Kommission hat bestätigt, dass die medizinische Bewertung als Grundlage des Dopingurteils gegen die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin im Jahr 2012 falsch war. Die Aufwendungen für den Prozess und die Gutachten haben Frau Pechstein auch in eine finanzielle Notlage gebracht. Die hohen Kosten für Gerichtsprozesse sind ein gutes Beispiel für die Herausforderung der Athleten außerhalb der Sportanlagen.

„Ich appelliere an den DOSB und die Sportverbände, in besonderen Härtefällen die Möglichkeit einer finanziellen Unterstützung bei den Prozesskosten zu prüfen.“

„Die Verurteilung von Claudia Pechstein durch indirekte Beweise ist erstmalig, einmalig und letztmalig erfolgt. ISU und CAS haben viele Gelegenheiten versäumt, das Urteil gegen Claudia Pechstein zu revidieren.“

„Das BGH-Urteil im Fall Claudia Pechstein ist im Grundsatz zu respektieren. Es stärkt die Unabhängigkeit der Sportgerichtsbarkeit. Trotzdem gehört die CAS dringend reformiert, damit zukünftig weiteres Unrecht an Sportlern ausgeschlossen werden kann.“